Fachliteratur suchen mit Google Scholar, WorldCat etc. pp.

2. Ausgabe vom 6. Mai 2015

Sie finden in diesem Artikel eine Zusammenstellung von frei zugänglichen Internetangeboten für die Suche nach Fachliteratur. Hierzu gehören wissenschaftliche Suchmaschinen und frei zugängliche Literaturdatenbanken.

Die ersten vier Angebote - Google Scholar, WorldCat, WorldWideScience.org und BASE - sollten Sie meines Erachtens immer verwenden, wenn Sie Fachliteratur suchen und viele gute Quellen finden wollen. Sie erhalten hier zu einer bestimmten Suchanfrage im Allgemeinen unterschiedliche Ergebnisse.

Die übrigen Suchmöglichkeiten habe ich in drei Gruppen eingeteilt.

Unter der Überschrift »Fachzeitschriften durchsuchen« bespreche ich die Suche nach Fachartikeln in bestimmten Zeitschriften. Suchmaschinen wie Google oder Google Scholar sind hierfür allein zu wenig.

Unter der Überschrift »Nach Dissertationen suchen« bespreche ich zwei Internetangebote für die Suche nach Dissertationen und Masterarbeiten. Wenn Sie Glück haben, entdecken Sie hier Dissertationen, die Sie sonst nicht gefunden hätten.

Unter der Überschrift »Nach grauer Literatur suchen« bespreche ich eine Datenbank, in der unter anderem schwer zu findende europäische Forschungsberichte und Dissertationen indexiert sind.

Google Scholar

http://scholar.google.de

Google Scholar berücksichtigt praxisorientierte und wissenschaftliche Fachtexte, unter anderem Aufsätze aus wissenschaftlichen Zeitschriften, Fachbücher, Dissertationen, Master- und Bachelorarbeiten, Fachartikel, Seminararbeiten, Ratgeber und Zusammenfassungen von Texten.

Präzise Angaben zur Datenbasis von Google Scholar fehlen.

Google Scholar arbeitet als Volltextsuche und indexiert auch kostenpflichtige Dokumente, auf die Sie nur zugreifen können, wenn Sie über die nötigen Zugangsdaten verfügen oder eine Bibliothek nutzen.

Wichtige Merkmale von Google Scholar:

1. Die Datenbasis von Google Scholar ist - verglichen mit anderen wissenschaftlichen Suchmaschinen - sehr breit, weil Google Scholar alle Arten von Fachtexten berücksichtigen soll (siehe »Über Google Scholar« auf der Google-Scholar-Startseite).

2. Google Scholar eignet sich sehr gut für die Suche nach frei zugänglichen Volltexten.

Beispiele:

Sie haben mit einer anderen Suchmaschine einen kostenpflichtigen Artikel aus einer Fachzeitschrift gefunden. Auf der Website von Google Scholar geben Sie den Titel des Artikels ein und drücken die Eingabetaste. Wenn Sie Glück haben, finden Sie eine frei zugängliche Version des Artikels. Lesen Sie hierzu auch die Hinweise zur Wortgruppensuche im 6. Punkt dieses Abschnitts.

Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek https://portal.d-nb.de finde ich das »Handbuch Internet-Suchmaschinen« (herausgegeben von Dirk Lewandowski, Heidelberg, 2009). Zum Datensatz gehört ein Inhaltsverzeichnis, dem ich entnehmen kann, dass das Buch einen Beitrag enthält, der mich interessiert: »Wissenschaftliche Dokumente in Suchmaschinen« von Dirk Pieper und Sebastian Wolf. Ich entdecke mit Google Scholar eine frei zugängliche PDF-Version dieses Buchkapitels.

Ich suche die Volltextversion des von mir geschriebenen Buchs »White-Paper-Leitfaden«. Mit Google Scholar werde ich leider nicht fündig. Ich nutze daher die erweiterte Suche von Google.de und schreibe in das Feld »mit der genauen Wortgruppe« den Titel. Ich wähle als Dateiformat »PDF« und finde mit Google die gewünschte Datei.

3. Google Scholar liefert auch Quellenangaben, die auf der deutschen Benutzeroberfläche als »Zitate« bezeichnet werden.

Beispiel:

Ich verwende als Suchwort »Plagiat« (ohne Anführungszeichen) und erhalte als Ergebnis unter anderem: »[ZITATION] Plagiat: eine unoriginelle Literaturgeschichte / P Theisohn - 2009 - Kröner«. Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek https://portal.d-nb.de sehe ich nach Eingabe von »Theisohn Plagiat« (ohne Anführungszeichen), dass es sich hierbei um ein Buch aus dem Jahr 2009 handelt und dass der Verfasser 2012 ein weiteres Buch zu einem verwandten Thema veröffentlicht hat (»Literarisches Eigentum«).

4. Google Scholar verweist für einzelne Suchergebnisse auf »ähnliche Artikel«. Dies kann hilfreich sein, wenn Sie ganz am Anfang Ihrer Recherche stehen und sich zunächst orientieren wollen. Was Google unter Ähnlichkeit versteht, bleibt in der Google-Scholar-Hilfe unbeantwortet.

5. In Google Scholar können Sie die Suche zeitlich einschränken oder die Suchergebnisse nach Datum sortieren. Beide Möglichkeiten sind wegen der sehr heterogenen Datenbasis von Google Scholar problematisch. Sie müssen damit rechnen, dass Google Scholar viele Dokumente in zeitlicher Hinsicht falsch einordnet.

Ich halte es daher für angemessen, in Google Scholar mit den Standardeinstellungen zu suchen (ohne zeitliche Einschränkung und Ergebnisse nach Relevanz sortiert).

6. Google Scholar unterstützt, ebenso wie in Google, zahlreiche Suchoperatoren. Nach der Google Websuche-Hilfe müssen die Suchergebnisse mit Suchoperatoren aber nicht besser sein als ohne.

Interessant ist vor allem die Wortgruppensuche, bei der Sie die gewünschte Wortgruppe in Anführungszeichen setzen. So liefert zum Beispiel die Suchanfrage

"Ein Text-Plagiat ist eine spezielle Form von geistigem Diebstahl, bei der es um urheberrechtlich geschützte Bestandteile von Texten geht."

nur Ergebnisse, die diese Formulierung enthalten. (Google Scholar und Google ignorieren Punkte, Kommata, Groß- und Kleinschreibung).

PDF-Dateien enthalten normalerweise Zeilenumbrüche. Sie merken dies, wenn Sie eine längere Textpassage aus einer PDF-Datei in ein Word-Dokument kopieren. In Word sind die Zeilen dann als Absätze getrennt.

Für Google Scholar und Google ist "Wort1 Wort2" in einer PDF-Datei nicht das Gleiche wie "Wort1 [Zeilenumbruch] Wort2". Sie müssen daher damit rechnen, dass die Suchanfrage

"Ein Text-Plagiat ist eine spezielle Form von geistigem Diebstahl, bei der es um urheberrechtlich geschützte Bestandteile von Texten geht."

alle PDF-Dateien außen vor lässt, die diesen Satz enthalten. Besser wäre daher die Suchanfrage

Ein Text-Plagiat ist eine spezielle Form von geistigem Diebstahl, bei der es um urheberrechtlich geschützte Bestandteile von Texten geht.

Die Wortgruppensuche eignet sich vor allem für relativ kurze Wortgruppen, zum Beispiel für markante Formulierungen oder Titel von Publikationen.

WorldCat

http://www.worldcat.org

Die WorldCat-Datenbank umfasst nach eigenen Angaben mehr als zwei Milliarden Datensätze von Bibliotheken. WorldCat ist damit der weltweit größte Bibliothekskatalog.

Teilnehmer bei WorldCat sind unter anderem die Deutsche Nationalbibliothek, die British Library, die Library of Congress und die Bibliothèque nationale de France.

Beispiel:

Ich habe mein E-Book »Ratgeber Text-Plagiat« am Tag der Veröffentlichung bei der Deutschen Nationalbibliothek hinterlegt. Sie finden den Ratgeber Text-Plagiat daher im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Wenn Sie bei WorldCat nach »text plagiat« (ohne Anführungszeichen) suchen, finden Sie das E-Book. Der entsprechende WorldCat-Datensatz stammt offenbar von der Deutschen Nationalbibliothek, auch die von mir hinterlegte PDF-Datei ist verlinkt.

Die Deutsche Nationalbibliothek hat meinem E-Book die Sachgruppen »340 Recht« und »800 Literatur, Rhetorik, Literaturwissenschaft« zugeordnet. Dies fehlt bei WorldCat. Andererseits sind im WorldCat-Datensatz Bibliotheken aufgelistet, die den Ratgeber Text-Plagiat in ihren Katalog aufgenommen haben. Diese Information fehlt im Datensatz der Deutschen Nationalbibliothek.

Bei WorldCat durchsuchen Sie nur Datensätze von Bibliotheken. Bezogen auf meinen Ratgeber Text-Plagiat sind das im Wesentlichen der Titel, der Verfassername und das Erscheinungsjahr.

Mit der einfachen Suche bei WorldCat durchsuchen Sie immer die kompletten Datensätze, die zum Teil auch Schlagwörter und Zusammenfassungen (Abstracts) enthalten. Die Suchanfrage »text plagiat« (ohne Anführungszeichen) liefert daher auch Ergebnisse, die keines der beiden Suchwörter im Titel haben.

Mit der erweiterten Suche können Sie Ihre Suchanfrage auf bestimmte Felder der Datensätze beschränken, insbesondere auf den Titel oder den Verfassernamen. Außerdem können Sie hier Ihre Suche zeitlich eingrenzen.

WorldWideScience.org

http://worldwidescience.org

WorldWideScience.org ist die wissenschaftliche Suchmaschine der WorldWideScience Alliance, der unter anderem die Library of Congress, die British Library und die TIB Hannover angehören. Die TIB Hannover ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Fachbibliothek für Technik und Naturwissenschaften.

Über den Menüpunkt »Advanced Search« gelangen Sie zur Seite für die erweiterte Suche. Sie sehen hier eine Liste der von WorldWideScience.org berücksichtigten Datenbanken und Portale. Sie suchen mit WorldWideScience.org in Bibliothekskatalogen und Volltexten von frei zugänglichen wissenschaftlichen Dokumenten.

Ein besonderes Merkmal von WorldWideScience.org ist die automatische Übersetzung von Suchanfragen. Sie wählen in der erweiterten Suche zum Beispiel die Sprache Deutsch und formulieren Ihre Suchanfrage auf Deutsch. Sobald Sie die Suche starten, übersetzt WorldWideScience.org Ihre Suchanfrage bei Bedarf in die passende Sprache und verwendet jeweils die übersetzten Suchbegriffe. Sie suchen daher mit Ihrer deutschen Suchanfrage auch auf Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.

Wie gut automatisch übersetzte Suchanfragen sind können Sie abschätzen, indem Sie mit deutschen Suchwörtern nach englischsprachigen Publikationen suchen. Meiner Ansicht nach müssten Sie brauchbare Ergebnissen erhalten, wenn Ihre Suchwörter eine klare Bedeutung haben und daher leicht zu übersetzen sind.

Die erweiterte Suche ist selbsterklärend, ebenso der Umgang mit den Suchergebnissen (zum Beispiel Filterung nach der geografischen Herkunft).

Über den Help-Button der erweiterten Suche erreichen Sie eine umfangreiche Anleitung zu den Suchmöglichkeiten bei WorldWideScience.org. Sie lesen hier unter anderem, dass WorldWideScience.org, ebenso wie Google Scholar, die Wortgruppensuche unterstützt. Im Gegensatz zu Google Scholar berücksichtigt WorldWideScience.org auch übersetzte Formen der gewählten Wortgruppe und ähnliche Formulierungen.

Beispiel:

Ich verwende die »Advanced Search«. In das Suchfeld für den Titel schreibe ich "text plagiat" und wähle als Sprache Deutsch. Die ersten Suchergebnisse enthalten jeweils die Wortfolge »Text Plagiarism« im Titel. Dann kommen Suchergebnisse mit »Text-based plagiarism« im Titel, dann Suchergebnisse, in deren Titel die Zeichenfolgen »text« und »plagiarism« enthalten sind. Im Anschluss daran kommen zahlreiche Suchergebnisse, deren Titel überhaupt nicht zur Suchanfrage passt.

Hilfreich ist die im Menü auf der linken Seite angebotene Filterung nach »Topics«. Hier bietet sich an, alle Suchergebnisse zum Topic »Plagiarism« zu sichten.

WorldWideScience.org hat, ähnlich wie Google Scholar, eine sehr heterogene Datenbasis, was zu Lasten der Suchgenauigkeit geht. Dies betrifft insbesondere den Einsatz von Suchoperatoren und die zeitliche Eingrenzung der Suchergebnisse. Ich hatte hierauf bereits im Zusammenhang mit Google Scholar hingewiesen.

Beispiel:

Angenommen, Sie finden durch eine Suchanfrage auf WorldWideScience.org interessante Fachbeiträge, die der TIB Hannover zugeordnet sind. Jedes dieser Suchergebnisse enthält die verlinkte Zeile »German National Library of Science and Technology (GetInfo)" unter dem Titel.

Sie klicken auf diesen Link und landen dadurch auf dem Portal www.getinfo.de der TIB Hannover. Hier wählen Sie die erweiterte Suche und aktivieren die Datenbankauswahl.

Alle Felder der erweiterten Suche sind ausführlich erläutert. Interessant sind hier das Feld »Nummern« und die Trunkierung (*). Sie sehen, dass standardmäßig mehrere Datenbanken aus der Suche ausgeschlossen werden. GetInfo berücksichtigt auch Ergebnisse der Informatik-Suchmaschine CiteSeerX citeseerx.ist.psu.edu sowie den Katalog der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften www.zbw.eu/de, der nach eigenen Angaben weltweit größten Fachbibliothek für Wirtschaftswissenschaften.

Sie könnten Ihre Suchanfrage bei GetInfo in verfeinerter Form wiederholen. Wenn Sie Glück haben, finden Sie auf diese Weise weitere Quellen.

BASE

http://www.base-search.net

BASE hat nach eigenen Angaben mehr als 70 Millionen Dokumente indexiert. BASE berücksichtigt in erster Linie den Content von Dokumentenservern, die auch als Repositories oder Repository-Server bezeichnet werden. Hierzu gehören insbesondere Server von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, auf denen zum Beispiel Dissertationen, Masterarbeiten, Working Papers und Aufsätze veröffentlicht sind.

Alle von BASE berücksichtigten Dokumentenserver sind auf der Website aufgelistet (Menüpunkt Hilfe / Über Base / Die Quellen). Viele der hier gespeicherten Quellen würden Sie weder mit Google noch mit Google Scholar finden.

Die von BASE berücksichtigten Dokumentenserver verwenden für ihre Metadaten - zum Beispiel Erscheinungsjahr, Titel, Kurzbeschreibung, Schlagwörter - das OAI-PMH (Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting). BASE kann alle auf diese Weise bereitgestellten Metadaten korrekt interpretieren.

Die zeitliche Zuordnung der Suchergebnisse ist daher bei BASE zuverlässiger als bei Google Scholar.

Suchanfragen bei BASE beziehen sich grundsätzlich nur auf die Metadaten. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die betreffenden Volltexte frei verfügbar sind oder nicht. Suchanfragen bei Google Scholar beziehen sich dagegen immer auf die Volltexte.

Bei BASE sind - wegen der Begrenzung auf die Metadaten - kurze und allgemein gehaltene Suchanfragen sinnvoll, im Idealfall wenige aussagekräftige Schlagwörter.

BASE bietet drei Suchmöglichkeiten:

  • Standardsuche
  • Erweiterte Suche
  • Browsing

Die Standardsuche ist normalerweise völlig ausreichend. Sie haben bei der Standardsuche immer die Möglichkeit, Ihre Suchanfrage sukzessive zu verfeinern.

Beispiel:

Ich verwende für meine Standardsuche die Suchanfrage »plagiat« (ohne Anführungszeichen) und erhalte 726 Suchergebnisse. Im Drop-Down-Menü »Schlagwort« sehe ich, dass es das Schlagwort »plagiat« gibt, mit dem ich meine Suchergebnisse filtern kann. Ich hätte dann 127 Suchergebnisse, die ich weiter eingrenzen könnte, etwa nach Dokumentart und Erscheinungsjahr oder nach einem weiteren Schlagwort.

Jedes Suchergebnis enthält ein Feld »URL« mit einem Link zum Volltext oder einer Bezugsquelle. Viele Suchergebnisse enthalten den Hinweis, dass der Volltext frei verfügbar ist. Fehlt ein solcher Hinweis für ein bestimmtes Suchergebnis, so kann der Volltext trotzdem frei verfügbar sein. Dies ist vermutlich der Grund, warum Sie unter jedem Suchergebnis den Link »In Google Scholar suchen« sehen, mit dem Sie in Google Scholar nach dem betreffenden Volltext suchen.

Die erweiterte Suche bietet mehrere Optionen, die über die Standardsuche hinausgehen. Sie können hier Ihre Suche geografisch einschränken, zum Beispiel auf Quellen aus Nordamerika oder Deutschland.

Das Browsing ist interessant, wenn Ihnen unklar ist, welche Suchwörter Sie verwenden sollten. Sie können auf den Tab »Dewey-Dezimalklassifikation (DDC)« klicken und schrittweise das für Sie interessante Fachgebiet festlegen. Sie erhalten dann Suchergebnisse, die Sie weiter eingrenzen können, zum Beispiel anhand der angebotenen Schlagwörter und der Dokumentart.

Fachzeitschriften durchsuchen

Ich hatte in der ersten Ausgabe dieses Artikels (vom 29. September 2010) ein Beispiel zu einer Suche in der frei zugänglichen Zeitschrift »Journal of Accountancy« gebracht. Ich fand mit Google Scholar acht Artikel aus dem Journal of Accountancy, die das Wort »skimming« enthalten (mit der damals verfügbaren erweiterten Suche von Google Scholar). Mit der vom Journal of Accountancy angebotenen Suchmöglichkeit fand ich doppelt so viele Artikel mit diesem Wort.

Suchmaschinen wie Google Scholar liefern häufig nicht alle zu einer Suchanfrage passenden Artikel aus einer bestimmten Zeitschrift.

Wenn Sie mehrere Jahrgänge einer bestimmten Fachzeitschrift gründlich durchsuchen wollen, dann brauchen Sie hierfür spezielle Suchtechnologie, das heißt eine für diese Aufgabe geeignete Suchfunktion.

Interessant sind daher die von Verlagen angebotenen Suchmöglichkeiten, zum Beispiel auf https://beck-online.beck.de für juristische Bücher und Zeitschriften des Verlags C. H. Beck.

Drei Plattformen sind besonders groß:

Ingentaconnect

http://www.ingentaconnect.com

Ingentaconnect ist eine Plattform für den Verkauf von Texten aus wissenschaftlichen Büchern und wissenschaftlichen Zeitschriften. Die Datenbank enthält nach Angaben des Betreibers rund fünf Millionen Dokumente aus 10.000 Publikationen.

Sie können für jede Zeitschrift nachsehen, welche Jahrgänge in der Datenbank enthalten sind.

Die Advanced Search bietet unter anderem die Möglichkeit zur Volltextsuche in einzelnen Zeitschriften oder im gesamten Bestand.

ScienceDirect

http://www.sciencedirect.com

ScienceDirect enthält die Volltexte von ungefähr 2.500 Zeitschriften und 26.000 Büchern aus Verlagen der Elsevier-Unternehmensgruppe.

Viele Zeitschriften sind komplett (ab dem ersten Jahrgang) in der ScienceDirekt-Datenbank. Sie sehen dies, wenn Sie über den Menüpunkt Journals die Informationsseiten zu den für Sie interessanten Fachzeitschriften aufsuchen.

Sie können bei ScienceDirect zum Beispiel die Volltexte aller hier gehosteten Publikationen durchsuchen und Ihre Ergebnisse dann auf die gewünschte Fachzeitschrift einschränken.

Springer Link

http://link.springer.com

Springer Link bietet Zugang zu mehr als 2.900 Zeitschriften und 200.000 Büchern aus Verlagen der Springer-Unternehmensgruppe.

Die Funktionalität von Springer Link ist ähnlich wie bei Science Direct. Es gibt bei Springer Link auch eine Advanced Search, mit der Sie zum Beispiel anstelle der Volltexte nur die Titel oder Verfassernamen durchsuchen können.

Nach Dissertationen suchen

Open Access Theses and Dissertations

http://oatd.org

OATD hat nach eigenen Angaben mehr als 2,4 Millionen im Internet frei zugängliche Masterarbeiten und Dissertationen indexiert.

Sie suchen hier immer nur in den Metadaten, zu denen normalerweise folgende Positionen gehören: Abstract, Verfasser, Titel, Hochschule, Jahr, Land, akademischer Grad, Stichwörter, Sprache, Contributors (zum Beispiel Gutachter, Betreuer).

DART-Europe E-theses Portal

http://www.dart-europe.eu/basic-search.php

DART-Europe hat nach eigenen Angaben mehr als 500.000 im Internet frei zugängliche Masterarbeiten und Dissertationen aus Europa indexiert.

Auch hier suchen Sie immer nur in den Metadaten.

Graue Literatur suchen

Der Begriff »graue Literatur« ist eine Sammelbezeichnung für Veröffentlichungen von Organisationen und deren Mitarbeitern, Doktoranden oder Studenten, an denen kein Verlag mitgewirkt hat. Hierzu gehören insbesondere alle ohne einen Verlag publizierten Forschungsberichte, Konferenzbeiträge und Dissertationen.

Graue Literatur muss nicht online verfügbar sein. Manche Publikationen erhalten Sie nur, wenn Sie sich an die zuständige Stelle wenden.

Es gibt eine Suchmaschine für graue Literatur aus Europa: Open Grey - www.opengrey.eu - mit Metadaten von ungefähr 700.000 Dokumenten.

Open Grey ist auf wissenschaftliche Texte fokussiert.

Eine Suche bei Open Grey bezieht sich immer nur auf die Metadaten (Titel, Autor, Keywords und, sofern vorhanden, Abstract). Die umfangreichen Suchmöglichkeiten sind ausführlich erläutert. Alle Suchbegriffe sollten englisch sein.

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